Ehemalige Forschungsgruppen

Vinck Lab

2016 – 2024

 

Group Leader

Prof. Dr. Martin Vinck

Forschungsschwerpunkte

Die Forschung des Vinck Labs verfolgte drei Ansätze: Schaltkreise – Kollektive – Lernen. Die Arbeit des Labs wurde durch das ERC und BMF unterstützt.

Schaltkreise:  Die Forschenden untersuchten, wie unterschiedliche Typen erregender und hemmender Neurone die Plastizität des Gehirns regulieren und welchen Beitrag sie zur flexiblen Informationsverarbeitung leisten.

Kollektive: Das Lab untersuchte, wie Kollektive von Neuronen durch raum-zeitliche Aktivitätsmuster Informationen kodieren und im Speziellen, welche Rolle Spike-Sequenzen und Bursts dabei spielen. Darüber hinaus interessierte die Forschenden, welcher Zusammenhang zwischen spontaner neuronaler Aktivität (zum Beispiel beim Träumen) und neuronaler Aktivität, die durch sensorische Wahrnehmungen (hören, sehen etc.) hervorgerufen wird, besteht.

Lernen: Die Wissenschaftler:innen untersuchten, wie das Gehirn anhand von Vorhersagen über die unmittelbare Zukunft lernt; wie das Gehirn Gegenstände anhand ihrer Eigenschaften erkennt und welche Rolle rekurrente Netzwerke dabei spielen. Um diese Fragen zu beantworten, benutzten die Forschenden eine große Bandbreite von Methoden und Herangehensweisen, so zum Beispiel maschinelles Lernen, um vorhersagbare Zusammenhänge zwischen sensorischem Input über Raum und Zeit zu modellieren. Das Lab entwickelte Algorithmen, um unsupervised clustering in viel-dimensionalen neuronalen Daten zu ermöglichen und neue Methoden zur Auswertung elektrophysiologischer Daten. In ihrer Arbeit wendeten die Forschenden Informationstheorie und Neurale Netzwerk Theorie an. Die Daten für die Modelle erhoben die Wissenschaftler:innen mithilfe elektrophysiologischer Ableitungen über alle kortikalen Schichten hinweg und von mehreren Hirnabschnitten gleichzeitig. Anhand von optogenetischen Methoden identifizierten sie Subtypen von Zellen – wie etwa Interneurone mit bestimmten Projektionsmustern.

Aktuelle Zugehörigkeit

Professor Neural Codes and Circuits, Donders Centre for Neuroscience, Department Neurophysics, Radboud University

Poeppel Lab

2021 – 2024

 

Group Leader

Prof. Dr. David Poeppel

Forschungsschwerpunkte

Das übergeordnete Ziel des Forschungsprogramms war es, eine theoretisch fundierte, rechnerisch explizite und biologisch realistische Perspektive auf die auditive Wahrnehmung (einschließlich Musik), die Sprachwahrnehmung und das Sprachverständnis zu entwickeln. 

Die Arbeit erfolgte in drei Bereichen:
(i) grundlegende physiologische Eigenschaften der menschlichen Großhirnrinde (nicht-invasive Untersuchungen der neuronalen Kodierung);
(ii) Hören und Sprachwahrnehmung (psychophysikalische und neurobiologische Ansätze); und
(iii) neurobiologische Grundlagen der Sprache.
Diese drei Forschungsbereiche sind eng miteinander verbunden, obwohl nicht alle Arbeiten notwendigerweise interdisziplinärer Natur sind. Das Labor nutzt alle verfügbaren kognitiven neurowissenschaftlichen Instrumente. Zu den wichtigsten Methoden gehören elektrophysiologische Aufzeichnungen mittels Magnetenzephalographie (MEG), Elektroenzephalographie (EEG) und Elektrokortikographie (ECoG) sowie Bildgebungsstudien mittels struktureller und funktioneller Magnetresonanztomographie (MRT).

Fries Lab

2009 – 2023

 

Group Leader

Prof. Dr. Pascal Fries

Research statement

Neuronale Netzwerke sind in der Regel durch rhythmische, synchronisierte Aktivität gekennzeichnet. Die neuronale Synchronisation beeinflusst wahrscheinlich die neuronale Verarbeitung. Wenn dies zutrifft, hat die Evolution wahrscheinlich die funktionelle Synchronisation und Mechanismen zu ihrer adaptiven Modulation selektiert. Das Fries Lab untersuchte die Mechanismen der neuronalen Synchronisation, ihre Auswirkungen und ihre kognitiven Funktionen.

Diester Lab

2011 – 2014

 

Group Leader

Prof. Dr. Ilka Diester

Research statement

Das Diester Lab untersuchte die Interaktion zwischen Gehirnbereichen, die an der taktilen Wahrnehmung (somatosensorische Eingabe), der kognitiven Verarbeitung und der Bewegungserzeugung (motorische Ausgabe) beteiligt sind, um die Grundprinzipien des Gehirns zu verstehen und letztendlich die Entwicklung von Neuroprothesen voranzutreiben. Die Forschenden verfolgten diese Forschungsziele mit Verhaltenstests sowie elektrophysiologischen und optogenetischen Instrumenten im Gehirn von Säugetieren.

Aktuelle Zugehörigkeit

Universität Freiburg, Fakultät für Biologie

Schmid Lab / Emmy Noether Group

2012 – 2015

 

Group Leader

Dr. Michael C. Schmid 

Forschungsschwerpunkte

Die Arbeit im Schmid-Labor konzentrierte sich auf die Erforschung der grundlegenden Prinzipien des Gehirns, die zur visuellen Wahrnehmung führen. Das Lab fokussierte sich dabei besonders darauf, zu verstehen, wie Sichtbarkeit durch die Kommunikation von Neuronen in verschiedenen Hirnarealen entsteht, wie Prozesse, die während der Aufmerksamkeit ablaufen, diese unterstützen können und wie sie nach einer neuronalen Schädigung beeinflusst wird. Ziel der Forschungsgruppe war es, diese Funktionen mit besonderem Fokus auf den Thalamus, einem der wichtigsten Relais-Systeme des Gehirns, zu beschreiben. Um die Dynamik der Interaktion zwischen Thalamus und Kortex zu beschreiben, kombinierten die Forschenden parallele elektrophysiologische Aufzeichnungsmethoden im Gehirn von Säugetieren mit ergänzenden Techniken, die von Psychophysik und fMRT bis hin zu Pharmakologie und Optogenetik reichen.

Aktuelle Zugehörigkeit

Universität Freiburg, Fakultät für Biologie