Feierliche Übergabe in Frankfurt besiegelt die Integration des Instituts in die Max-Planck-Gesellschaft – Ernst Strüngmann Stiftung sichert langfristige Förderung
Zum 1. Januar 2026 war das Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) in ein Max-Planck-Institut umgewandelt worden. In Anwesenheit des hessischen Wissenschaftsministers Timon Gremmels und Andreas Strüngmanns, einem der beiden Stifter, wurde nun die Büste von Max Planck durch Präsident Patrick Cramer im Rahmen einer Feierstunde enthüllt. Die Übergabe fand in den Räumen des Instituts in der Deutschordenstrasse am Rande der diesjährigen Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Frankfurt a.M. statt.
Das Institut, in dem derzeit 85 Mitarbeitende tätig sind, wurde 2008 von den Alleingesellschaftern Andreas und Thomas Strüngmann gegründet und seitdem auch von ihrer Ernst Strüngmann Stiftung finanziert. Es war bisher assoziiert an die Max-Planck-Gesellschaft. Das ESI ist Teil des neurowissenschaftlichen Clusters in Frankfurt, zu dem auch das Max-Planck-Institut für Hirnforschung, die Goethe-Universität und das von ihr betriebene „Cooperative Brain Imaging Center“ (CoBIC) sowie das Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik gehören.
Das Institut, das seit Januar unter dem Namen „Ernst-Strüngmann-Institut der Max-Planck-Gesellschaft“ firmiert, wird seinen Schwerpunkt auch weiterhin in der neurowissenschaftlichen Forschung haben. Der Suchprozess nach neuen Direktorinnen bzw. Direktoren für das ESI wurde bereits gestartet. Für die MPG steht dabei eine Erweiterung ihrer bestehenden neurowissenschaftlichen Expertise um den Einsatz der Künstlichen Intelligenz im Fokus. Zwei vielversprechende Personen wurden inzwischen identifiziert und durchlaufen nun die MPG internen wissenschaftlichen Evaluationsverfahren.
Die Finanzierung des Betriebs des Instituts wird auch in den kommenden mindestens zehn Jahren maßgeblich von der Ernst Strüngmann Stiftung bestritten. Sie hat sich bereit erklärt, für diesen Zeitraum 138 Millionen Euro bereitzustellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei der Stiftung weitere Mittel für Einzelbedarfe zu beantragen. Die MPG unterstützt das Institut aus ihrem bestehenden Haushalt durch die Übernahme der restlichen Betriebskosten, soweit sie über die private Förderung hinausgehen. Das Land Hessen fördert das Institut durch die Bereitstellung des Grundstücks über ein Erbbaurecht und trägt zudem den nach den Regeln der MPG-Finanzierung üblichen sog. Sitzlandanteil an den von der MPG eingesetzten Mitteln.
Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels erklärte: „Das Institut passt forschungsstrategisch hervorragend nach Hessen. Der Standort Frankfurt baut damit sein Profil als internationales Zentrum der Neurowissenschaften weiter aus. Es bestehen hier beste Voraussetzungen für Spitzenforschung und bahnbrechende Innovationen – auch im Bereich der Behandlung von neuropsychologischen Krankheitsbildern. Mein besonderer Dank gilt Andreas und Thomas Strüngmann. Mit ihrem herausragenden Engagement für das Ernst Strüngmann Institut haben sie exzellente Forschung ermöglicht und ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung gesetzt. Ihre große finanzielle Förderung und ihr Vertrauen in wissenschaftliche Freiheit und internationale Offenheit verdient höchste Anerkennung und hat Vorbildcharakter. Die Ernst Strüngmann Stiftung wird sich auch in den nächsten zehn Jahren in großem Umfang in die Finanzierung einbringen. Das ist ein außergewöhnliches Engagement und ein großer Gewinn für den Wissenschaftsstandort Hessen.“