Tierversuche


Wissen durch Grundlagenforschung

Von jeher haben Menschen nach Wissen gesucht. Heutzutage ist Grundlagenforschung eine wichtige Möglichkeit, Wissen zu schaffen. Am ESI arbeiten wir daran, die neuronalen Mechanismen zu verstehen, die unserem Gehirn die Fähigkeit zu höheren kognitiven Leistungen, wie etwa Aufmerksamkeit und Gedächtnis, ermöglichen. Dieses Wissen vertieft nicht nur das Verständnis, das wir von der Natur des Menschen haben. Es trägt auch dazu bei, dass wir verstehen, was die Ursachen für neurologische Erkrankungen wie etwa Schizophrenie sind. Langfristig werden die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung dazu beitragen, Therapien für Erkrankungen des Gehirns zu entwickeln.

Warum wir Tierversuche machen

Am ESI untersuchen wir höhere kognitive Funktionen gesunder menschlicher Probanden anhand von nicht-invasiven Methoden wie Magnetoenzephalography (MEG) oder funktioneller Kernspintomographie (fMRT). Allerdings fehlt diesen Methoden die räumliche und zeitliche Auflösung, um zu erkennen, welche neuronalen Interaktionen dabei auf der Ebene einzelner Zellen ablaufen. Für solche Untersuchungen sind Tierversuche unumgänglich. Die Erkenntnisse, die wir mithilfe von Rhesusaffen und Weißbüschelaffen gewinnen, können helfen, die Prozesse zu erklären, die der menschlichen Kognition zugrunde liegen.

Das ESI ist sich der Verantwortung sehr bewusst, die Tierversuche mit sich bringen. Schutz des Tierwohls, bestmögliche Haltungsbedingungen und der verantwortliche Umgang mit den Tieren sind nicht nur ethisch betrachtet ein Muss, sie sind auch die Voraussetzung, um belastbare wissenschaftliche Daten zu erheben. Dementsprechend legt das ESI viel Wert auf hervorragende Pflege und Unterbringung der Tiere. Natürlich halten wir dabei die Regularien ein, die durch das Tierschutzgesetz vorgegeben sind. Darüber hinaus hat das ESI Maßnahmen der wissenschaftlichen Selbstverpflichtung angenommen.



Verringern, Verbessern, Vermeiden, Verantwortung

Das ESI fühlt sich den Tierschutz-Prinzipien verpflichtet, die im sogenannten White Paper der Max-Planck-Gesellschaft dokumentiert sind. Das bedeutet in der Praxis, dass die Wissenschaftler am ESI sich bei der Planung und Durchführung ihrer Forschung an die 3V-Prinzipien halten: Verringern, Verbessern, Vermeiden.

Verringern der Anzahl von Versuchstieren wo immer möglich. In jeder Studie werden nicht mehr Tiere verwendet, als unbedingt nötig ist, um ein robustes Ergebnis zu erhalten.
Verbessern von Methoden zum Schutz und zur Förderung des Tierwohls.
Vermeiden von Tierversuchen. Zellkulturen, Computermodelle und Studien mit menschlichen Probanden werden nach Möglichkeit einem Tierversuch vorgezogen. Tierversuche werden nur durchgeführt, wenn es keine Alternative gibt, um eine wichtige Frage zu beantworten.

Besonders verpflichtet fühlen wir am ESI uns einem weiterem V, das im White Paper der Max-Planck-Gesellschaft verankert ist: Verantwortung. Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst. Tierwohl ist wichtig. Auch und gerade in der Hirnforschung.

Tierversuche verstehen

Wollen Sie mehr über Tierversuche erfahren? Wo sie vermieden werden können, wo sie unabkömmlich sind und was dabei wirklich passiert? Tierversuche verstehen ist eine Informationsinitiative der Wissenschaft, in der alles rund um das Thema Tierversuche zur Sprache kommt.