Havenith & Schölvinck Lab · Group Leader
Stellen Sie sich einmal vor, Sie gehen einkaufen. Selbst eine so einfache Aufgabe erfordert viele gleichzeitige Denkprozesse: räumliche Orientierung in den Gängen, das Arbeitsgedächtnis, um sich an die Einkaufsliste zu erinnern, die Aufmerksamkeit, um die richtigen Lebensmittel zu finden, und so weiter.
In der Regel werden diese Prozesse in der Neurowissenschaft getrennt und bei verschiedenen Spezies sehr unterschiedlich erforscht. In meiner Forschung untersuche ich mehrere gleichzeitig ablaufende, natürlich vorkommende kognitive Prozesse bei Mäusen, Affen und Menschen. Dazu versetze ich diese drei Spezies in einer identischen Virtual-Reality-Umgebung in dasselbe natürliche Verhalten. Anschließend leite ich aus detaillierten Verhaltensmessungen kognitive Zustände ab und setze sie in Beziehung zu elektrophysiologischen Aufzeichnungen von Mäusen und Affen sowie MEG-Aufzeichnungen von Menschen. Mein Ansatz ermöglicht somit einen seltenen direkten Vergleich zwischen diesen drei Spezies.